Wir helfen seit: 1985
Mitarbeiter*innen: 96
Bevölkerung: 14,2 Mio.
Erreichte Menschen 2025: 697.000
Unterernährungsrate: 22,3 %
Seit der Südsudan im Jahr 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärte, kämpft das Land mit einer der größten Flucht- und humanitären Krisen der Welt. Gerade einmal zwei Jahre nach der Unabhängigkeit brachen erneut gewalttätige politische Auseinandersetzungen aus. Bis zum Friedensabkommen 2018 wurden 400.000 Menschen getötet, Millionen mussten fliehen.
Der Südsudan gehört global zu den ärmsten Ländern – obwohl der Staat über große Ölreserven verfügt und einige der ertragreichsten landwirtschaftlichen Gebiete Afrikas hat. Immer wieder wird das Land von Naturkatastrophen geplagt, die ganze Ernten vernichten. Rund 10 Millionen Menschen sind auf humanitäre Unterstützung angewiesen.
Was sind die Gründe für die humanitäre Krise im Südsudan?
Die politische Instabilität und bewaffneten Konflikte haben zu millionenfacher Vertreibung geführt. Seit Februar 2025 sind rund 190.000 Menschen in die umliegenden Länder geflohen. Ende 2025 lebten insgesamt mehr als 2,4 Millionen südsudanesische Geflüchtete in der Region. Knapp 2 Millionen Menschen sind innerhalb des Südsudan vertrieben.
Gleichzeitig flüchteten viele Menschen aus dem konfliktgebeutelten Nachbarland Sudan. Seit April 2023 kamen fast 1,3 Millionen Menschen ins Land. In den Gemeinden, in denen die Geflüchteten Zuflucht gefunden haben, werden die Ressourcen zunehmend knapp. Der Konflikt mit dem Nachbarstaat Sudan treibt die Nahrungsmittelpreise in die Höhe.
Durch die Klimakrise ist der Südsudan von verschiedenen Wetterextremen betroffen. Starke Überschwemmungen vernichteten bereits ganze Landstriche und deren Ackerböden. Die Ernteausfälle verschärfen die Verfügbarkeit von Lebensmitteln zusätzlich. Die trockene Jahreszeit wiederum, in der nur eine geringe oder gar keine Ernte zu erwarten ist, zwingt ganze Dörfer zum Hungern. Viele Menschen verlieren dadurch ihre Existenzgrundlage und können sich nicht ausreichend ernähren. Die Not der Familien im Land ist groß.
Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen im Südsudan?
Da die meisten Haushalte von Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei leben, haben die jahrelange Unsicherheit und wiederkehrende Naturkatastrophen Lebensgrundlagen zerstört und den Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Nahrungsmitteln stark eingeschränkt.
Wiederkehrende Überschwemmungen und Dürren sind ein Treiber der Ernährungskrise. Seit 2024 waren mehr als 961.000 Menschen von Überschwemmungen betroffen, mindestens 335.000 wurden vertrieben. Gleichzeitig belasten Cholera, Malaria und Hepatitis E das fragile Gesundheitssystem. 7,8 Millionen Menschen – rund die Hälfte der Bevölkerung – ist von hoher akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. 2,2 Millionen Kinder leiden an akuter Mangelernährung.
Wie hilft Aktion gegen den Hunger im Südsudan?
Bereits seit 1985 ist Aktion gegen den Hunger im heutigen Südsudan im Einsatz:
- Wir behandeln Mangelernährung.
- Wir schulen Mütter und Freiwillige darin, Mangelernährung frühzeitig zu erkennen und dagegen vorzugehen.
- Wir geben Schulungen zu Ernährungstechniken in Krisenzeiten und über die Bedeutung und Wichtigkeit von Hygienemaßnahmen.
- Durch neue Brunnen und reparierte Pumpen stellen wir ausreichend sauberes Trinkwasser bereit. So ermöglichen wir Wege aus der chronisch unsicheren Versorgungslage der Region.
- Darüber hinaus bauen wir gemeinsam mit den Gemeinden Latrinen und geben Hygieneschulungen, um den Kreislauf zwischen wasserbasierten Krankheiten und Mangelernährung zu durchbrechen.
- Mit unseren mobilen Kliniken reisen wir in entlegene oder schwer erreichbare Gebiete, diagnostizieren und behandeln Mangelernährung und bieten den Gemeinden grundlegende Gesundheitsdienstleistungen, wie Impfungen oder Untersuchungen bei Schwangeren, an.
- Nach Naturkatastrophen, wie Überschwemmungen, reagieren wir mit Soforthilfeprogrammen und stellen Betroffenen beispielsweise Nahrungsmittel, Saatgut und Angelausrüstung zur Verfügung.
- Wir bauen zusammen mit den Menschen vor Ort Wasserstraßen in überfluteten Gebieten oder setzen neue Anbaumethoden um, die zu den klimatischen Bedingungen passen, etwa Reisanbau in Flutgebieten.
Neben Spenden finanziert sich unsere Arbeit auch durch Förderungen und Zuwendungen institutioneller Geber*innen. Der folgende Absatz informiert Sie über Projekte, die direkt durch diese Art der Unterstützung realisiert werden können. Hier informieren wir über die Herkunft all unserer Mittel.