Frau trägt Wasserkanister auf dem Kopf.

SUDAN, REPUBLIK

Eskalierende Gewalt im Sudan
Die seit Frühjahr 2023 eskalierenden Kämpfe im Sudan verursachen eine der schlimmsten humanitären Krisen unserer Zeit. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung leidet unter akutem Hunger. Über 13 Millionen Sudanes*innen sind gewaltsam vertrieben worden. Unsere Teams im Sudan und den Nachbarländern unterstützen Gesundheitszentren, stellen sauberes Wasser bereit und helfen Familien dabei, sich aus eigener Kraft zu ernähren.
WIE WIR HELFEN
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  2018

Mitarbeiter*innen:  150

Bevölkerung:  52 Mio.

Erreichte Menschen 2025:  647.228

Unterernährungsrate:   22,3 %

Die Republik Sudan liegt im Nordosten Afrikas und ist der drittgrößte Flächenstaat des Kontinents. Das Klima reicht von tropisch bis randtropisch, es herrschen ganzjährlich hohe Temperaturen – im Sommer kann das Thermometer sogar auf über 50 °C steigen. Trotz zahlreicher Bodenschätze wie Erdöl, Eisen und Gold gehört das Land zu den ärmsten der Welt. Große Teile der Bevölkerung leiden unter Mangelernährung, insbesondere im Westen, Osten und Süden des Landes. Der seit April 2023 tobende Krieg verschärft die Situation enorm.

Wie ist die Situation im Sudan?

Nach jahrzehntelangen Konflikten spaltete sich der südliche Teil mit dem Abschluss des Friedensvertrags von 2005 von der Republik Sudan ab. Seit 2011 ist der Südsudan ein unabhängiger Staat. Der Sudan ringt seit der Abspaltung mit einer langanhaltenden Wirtschaftskrise, durch die die Armut, vor allem in den ländlichen Regionen, zugenommen hat. Seit April 2023 tobt ein Machtkampf zwischen zwei befeindeten Gruppen, der Armee von Militärherrscher al-Burhan und den Rapid Support Forces (RSF) von dessen früherem Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo. Die Kämpfe, vorwiegend um die Hauptstadt Khartum sowie die westliche Region Darfur, sind blutig und machen auch vor der Zivilbevölkerung nicht halt.

Die Konflikte haben eine der größten Vertreibungskrisen der Welt verursacht: Mehr als 11 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht vor den Kämpfen. Zudem suchen rund 4,5 Millionen Schutz in den umliegenden Ländern, unter anderem im Tschad und im Südsudan. Doch die Nachbarländer stehen ebenfalls vor großen Herausforderungen. 

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen im Sudan?

Der bewaffnete Konflikt, die massenweisen Vertreibungen und der Zusammenbruch der staatlichen Strukturen haben die Lebensgrundlagen der Menschen dauerhaft zerstört. Dürreperioden und Überschwemmungen verschlimmern die Hungerkrise zusätzlich. Für Millionen Menschen ist der Zugang zu sauberem Wasser, Nahrung und Gesundheitsversorgung erheblich eingeschränkt.

In der Folge sind über 30 Millionen Menschen im Land auf humanitäre Hilfe angewiesen. Über 24 Millionen Menschen sind von akutem Hunger betroffen – das ist über die Hälfte der Bevölkerung. In Teilen des Landes wurde im September 2025 eine Hungersnot ausgerufen. Schätzungsweise 8,4 Millionen Menschen benötigen Ernährungshilfe, darunter 5 Millionen Kinder unter fünf Jahren sowie 3,4 Millionen schwangere und stillende Frauen. Trotz des enormen Bedarfs sind die humanitären Hilfsmaßnahmen nach wie vor dramatisch unterfinanziert.

Wie hilft Aktion gegen den Hunger im Sudan?

Im April 2018, nach drei Jahren Verwaltungsformalitäten, hat die Regierung unseren Registrierungsantrag angenommen und Aktion gegen den Hunger als offiziell tätige NGO anerkannt. Trotz der Eskalation des Konflikts und der damit einhergehenden Herausforderungen arbeiten unsere Teams weiter vor Ort.

So unterstützen wir die betroffenen Menschen:

  • Notfallversorgung mit Nahrung und Unterkünften
  • Wasser-, Sanitär- und Hygienemaßnahmen
  • Psychosoziale Unterstützung und mentale Gesundheitsangebote
  • Gesundheitsversorgung und Betreuung von Schwangeren und Müttern
  • Schutz von Frauen und Mädchen vor geschlechtsspezifischer Gewalt
  • Maßnahmen zur Ernährungssicherung und Stärkung von Lebensgrundlagen

Jetzt spenden und weltweit helfen

Neben Spenden finanziert sich unsere Arbeit auch durch Förderungen und Zuwendungen institutioneller Geber*innen. Der folgende Absatz informiert Sie über Projekte, die direkt durch diese Art der Unterstützung realisiert werden können. Hier informieren wir über die Herkunft all unserer Mittel.

9. OKTOBER 2026