Wir helfen seit: 2008
Mitarbeiter*innen: 110
Bevölkerung: 24,7 Mio.
Erreichte Menschen 2025: 939.522
Unterernährungsrate: 39 %
Wie ist die Situation in Syrien?
Nach dem Sturz der syrischen Regierung Ende 2024 ist der humanitäre Bedarf weiterhin akut. Schon vor dem Bürgerkrieg war die Ernährungssituation in Syrien kritisch. Unzählige Gebäude und weite Teile der Infrastruktur wurden durch die Kampfhandlungen zerstört.
Der Bürgerkrieg hat knapp 600.000 Menschen das Leben gekostet, die Gesundheitsversorgung und das Bildungssystem sind zusammengebrochen. Viele Menschen haben während des Bürgerkrieges Zuflucht in den Nachbarländern Irak, Türkei, Libanon und Jordanien gesucht und leben dort in behelfsmäßigen Unterkünften, provisorischen Zeltlagern oder bei Gastfamilien. In Syrien selbst sind mehr als 7,4 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben worden. Über 6 Millionen Syrier*innen leben weiterhin in den Nachbarländern.
Das Land ist zudem mit zahlreichen Krisen konfrontiert: Epidemien wie die Cholera breiten sich aus, Dürreperioden schaden der Landwirtschaft und Naturkatastrophen wie das verheerende Erdbeben im Februar 2023 sorgen für große Not. Nicht explodierte Kampfmittel stellen in ganz Syrien weiterhin eine ernsthafte Bedrohung dar, die immer wieder zivile Opfer fordert. Die Not treibt die Menschen dazu, sich durch kontaminierte Gebiete zu bewegen, insbesondere durch ehemalige Frontlinien und landwirtschaftliche Flächen.
Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen?
Millionen Menschen haben das Land während des Bürgerkriegs verlassen. Not und Hunger beherrschen weiterhin den Alltag der Menschen. Die größte Herausforderung für Hilfsorganisationen in Syrien ist, die Infrastruktur wieder aufzubauen: Die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser stellt eine große Schwierigkeit dar, da die Wasserinfrastruktur stark zerstört oder gar nicht mehr vorhanden ist.
15,6 Millionen Menschen im Land sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Rund 90 Prozent der Bevölkerung sind unter die Armutsgrenze gefallen. Die Familien müssen sich zwischen Lebensmitteln, Schule, Medikamenten oder Treibstoff entscheiden, da sie sich nicht alles leisten können. Auch der Hunger bei Kindern steigt. Schätzungen zufolge leiden in Syrien rund 500.000 Kinder unter fünf Jahren an akuter Mangelernährung, ein Fünftel davon lebensbedrohlich. Die Lebenserwartung der syrischen Kinder ist seit Beginn des Bürgerkrieges um 13 Jahre gesunken. Trotz der schwierigen Lage leisten unsere lokalen Teams dringend benötigte Hilfe.
Wie hilft Aktion gegen den Hunger in Syrien?
Aktion gegen den Hunger ist seit 2008 in Syrien aktiv und einer der wichtigsten Akteure, wenn es um Programme im Bereich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WaSH) geht. Auch nach dem Sturz der Regierung in Syrien setzen unseren lokalen Teams die Arbeit fort.
- In Katastrophensituationen sind wir vor Ort und leisten Nothilfe sowie psychosoziale Betreuung.
- Wo es der Zugang erlaubt, sanieren wir vorhandene Wasserversorgungssysteme, Latrinen und Abwassersysteme. Ist dies nicht möglich, versorgen wir die Gemeinden mit Trinkwasser.
- Wir verteilen Lebensmittel, Werkzeuge, Arbeitsmaterialien sowie Pflanzen und Samen zum Anbau von Gemüse.
- Dank unserem Pilotprojekt nutzen wir Solarenergie zum Antrieb von Wasserpumpen.
- Wir klären die Menschen über die Wichtigkeit von Hygienepraktiken auf, um das Risiko von Krankheitsausbrüche zu minimieren.