Wir helfen seit: 2002
Mitarbeiter*innen: 137
Bevölkerung: 5,5 Mio.
Erreichte Menschen 2025: 1.039.243
Unterernährungsrate: keine Daten
Die humanitäre Lage in den israelisch besetzten Gebieten ist dramatisch. Eine politische Lösung des jahrzehntelangen Konflikts bleibt weiterhin aus. Nach der Eskalation im Oktober 2023, Blockaden und intensiver Gewalt trat im Oktober 2025 eine fragile Waffenruhe im Gazastreifen in Kraft. Doch die humanitäre Krise hält an – Hilfsmaßnahmen sind eingeschränkt, während die Zerstörung weitergeht. Fast die gesamte Bevölkerung Gazas ist auf Hilfe angewiesen. Die israelischen Militärzonen decken über 70 Prozent des Gazastreifens ab, blockieren den Zugang zu den Überresten der Häuser und landwirtschaftlichen Flächen der Menschen und beschränken die humanitären Hilfsmaßnahmen auf weniger als die Hälfte des Gebiets.
Auch im Westjordanland kommt es weiterhin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Militäroperationen zeigen keine Anzeichen einer Deeskalation; das israelische Militär nimmt im Rahmen der groß angelegten Militäroperationen im Norden des Westjordanlands weiterhin palästinensische Dörfer und Städte ins Visier. Mehr als 46.000 Palästinenser*innen sind infolge der Militäroperationen in Jenin und Tulkarem weiterhin vertrieben und leben unter schlechten Bedingungen.
Wie ist die Situation in den besetzten palästinensischen Gebieten?
Die kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten Jahrzehnte brachten Tod, Zerstörung und Armut. Die Bevölkerung hat seit Jahren kaum Zugang zu adäquater Wasserinfrastruktur, Wohnungen, Land und Lebensgrundlagen. Seit Oktober 2023 hat sich die humanitäre Lage für die Menschen in den palästinensischen Gebieten noch einmal dramatisch verschlimmert.
Die Auseinandersetzungen zwischen dem israelischen Militär und den Hamas treffen vor allem die Zivilbevölkerung – auf beiden Seiten. Im Gazastreifen sind rund 81 Prozent aller Gebäude, darunter Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen, Märkte und Wasserversorgungssysteme, beschädigt oder zerstört. Mehr als 2,1 Millionen Menschen wurden vertrieben, viele von ihnen mehrfach. Es mangelt an allem: an Nahrungsmitteln, Medikamenten, Trinkwasser und verschiedensten Dingen des alltäglichen Bedarfs. Die Bevölkerung ist vollständig von humanitärer Hilfe abhängig.
Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen?
Die Bevölkerung im Gazastreifen war zuletzt fast komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Rund zwei Millionen Menschen – die Hälfte davon Kinder – leben auf 365 km² in dem von Israel blockierten Gebiet. Seit der Eskalation des Konflikts im Oktober 2023 muss fast die gesamte Bevölkerung in Gaza vor den Angriffen flüchten. Lebensmittel und Trinkwasser sind enorm knapp und es gibt kaum Treibstoff, der für die Versorgung dringend notwendig ist.
Die Ernährungssituation ist höchst alarmierend. Drei Viertel der Bevölkerung im Gazastreifen sind von hoher akuter Ernährungsunsicherheit betroffen, der Rest leidet an chronischem Hunger. 2025 wurde in Teilen von Gaza eine Hungersnot ausgerufen. Vor allem bei den Kindern ist die Lage dramatisch: 2025 wurden 91.000 Kinder unter fünf Jahren wegen akuter Mangelernährung behandelt, darunter 700 stationär. Hinzu kamen 37.000 schwangere und stillende Frauen. Wachstumsverzögerungen haben sich gegenüber dem Vorkriegsniveau nahezu verdoppelt.
Trotz des enormen Bedarfs wird die humanitäre Hilfe weiterhin durch Finanzierungslücken und anhaltende Zugangsbeschränkungen erschwert. Unsere lokalen Teams arbeiten unter extremen Bedingungen. Der anhaltende Treibstoffmangel gefährdet lebenswichtige Hilfsprogramme: Ernährungsprojekte stehen vor dem Aus, die Trinkwasserversorgung und Müllentsorgung drohen zusammenzubrechen. Immer wieder kommt es zu Plünderungen, während dringend benötigte Nahrungsmittelhilfen an den Grenzübergängen feststecken.
Wie hilft Aktion gegen den Hunger in den besetzten palästinensischen Gebieten?
Aktion gegen den Hunger ist seit 2002 vor Ort. Unsere Teams in den Regionen Gaza, Hebron und Jerusalem arbeiten täglich daran, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Wir setzen alles daran, so viele Menschen wie möglich mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu erreichen:
- Wir verteilen Lebensmittel, diagnostizieren Mangelernährung und behandeln akut mangelernährte Kinder.
- Wir betreiben Mutter-Kind-Räume und bieten Still- und Ernährungsberatung für Familien mit Säuglingen und Kleinkindern.
- Wir schaffen den Zugang zu sauberem Trinkwasser, verbessern die Sanitärversorgung und verhindern die Ausbreitung von Krankheiten wie beispielsweise der Cholera.
- Wir stellen die Lebensgrundlagen von Menschen im Rahmen unserer Nahrungsmittelsicherungsprogramme auf eine sichere Basis und unterstützen lokale Bäuer*innen bei dem Aufbau einer widerstandsfähigen Landwirtschaft.
- Wir stellen vertriebenen Familien Notunterkünfte zur Verfügung.