Wir helfen seit: 2011
Mitarbeiter*innen: 12
Bevölkerung: 29,6 Mio.
Erreichte Menschen 2025: 13.675
Unterernährungsrate: 5,3 %
Nepal ist ein Binnenstaat im Süden Asiens. Im Land besteht ein großes Wohlstandsgefälle zwischen der Stadt- und Landbevölkerung. Mehr als ein Drittel der circa 30 Millionen Nepalesinnen und Nepalesen können nicht lesen und schreiben. Die Diskriminierung und Ausbeutung von Minderheiten, unteren Kasten, Kastenlosen, Frauen und Kindern ist trotz verfassungsrechtlichem Schutz noch weit verbreitet. Auch wenn es in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gab – beispielsweise in der Bildung, bei den Rechten von Frauen oder Minderheiten – steht Nepal weiterhin vor einer Reihe humanitärer Herausforderungen, wie anhaltender Armut und weitverbreiteter Mangelernährung.
Wie ist die aktuelle Situation in Nepal?
Im August 2026 wurde Nepal von einer schweren Sturzflut getroffen. Nach einem Gletscherabbruch trat der Trishuli-Fluss massiv über seine Ufer und löste verheerende Überschwemmungen mit über 1.000 Todesopfern und 5.000 Vermissten aus. Sechs Wochen später hat es weitere schwere Überschwemmungen in anderen Regionen gegeben, u.a. im Bezirk Gorkha, ebenfalls wieder ausgelöst durch einen Erdrutsch. Nepal bekommt die Auswirkungen der Klimakrise besonders stark zu spüren, hat aber bislang nur wenig funktionierende Frühwarnsysteme, die die Bevölkerung frühzeitig schützen könnten. Erdrutsche und Überschwemmungen sind in Nepal in der Regenzeit nicht selten, doch die Stärke des Regens hat sich verändert. Der Klimawandel begünstigt Extremwetterereignisse, die solche Sturmfluten wahrscheinlicher machen. Die Gletscherschmelze im Himalaya trägt außerdem dazu bei.
Gemeinsam mit Partnern räumen wir die Wege frei und versorgen die Menschen mit Lebensmitteln und Hygienepaketen, sauberem Wasser und Gesundheitsversorgung inklusive psychosozialer Hilfe. Bereits im Jahr 2015 war die Region von einem schweren Erdbeben getroffen worden. Das Land wurde dadurch in seinen Entwicklungsbemühungen um Jahre zurückgeworfen. Aktion gegen den Hunger unterstützt die betroffenen Familien seitdem mit Wiederaufbaumaßnahmen. Durch die erneuten Katastrophen stehen viele Familien nun wieder vor dem Nichts.
Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen in Nepal?
Die Mangelernährungsquoten in Nepal sind hoch: Fast ein Drittel der Kinder unter fünf Jahren leiden unter Wachstumsstörungen durch chronische Mangelernährung. Etwa 12 Prozent sind lebensbedrohlich akut mangelernährt. Diese Probleme werden durch viele Faktoren bedingt: die langanhaltende Inflation, steigende Preise für Nahrungsmittel, dauerhafte bewaffnete Konflikte und schlechte hygienische Bedingungen. Darüber hinaus ist Nepal extrem anfällig für Katastrophen wie Dürren, Hochwasser, Erdbeben oder Erdrutsche, Tendenz steigend. Die langfristige Überwindung von Armut, Hunger und Migration bleibt eine der wichtigsten Aufgaben, um die Lebenssituation der Kinder, Frauen und Männer zu verbessern. Gleichzeitig stellen wir zusammen mit Partnern Weichen für eine bessere Frühwarn-Struktur.
Die Verwüstungen im Trishuli-Tal machen deutlich, dass Gemeinden, die in empfindlichen Bergregionen leben, zunehmend klimabedingten Gefahren ausgesetzt sind. Frühwarnsysteme, Risikoüberwachung und widerstandsfähige Infrastruktur sind unerlässlich, um die Auswirkungen künftiger Katastrophen zu mindern. Gleichzeitig muss der unmittelbare Fokus weiterhin auf den Menschen liegen, die alles verloren haben, und darauf, sicherzustellen, dass niemand ohne sauberes Wasser, Nahrung oder andere lebenswichtige Hilfe zurückbleibt. – Ojaswi Acharya, Länderdirektorin für Aktion gegen den Hunger in Nepal
Wie hilft Aktion gegen den Hunger in Nepal?
Aktion gegen den Hunger arbeitet bereits seit 2011 in Nepal. Der Fokus liegt vor allem darauf, akute Mangelernährung vorzubeugen und sie zu behandeln.
- Wir helfen nach Katastrophen wie Erdbeben und Sturzfluten beim Wiederaufbau. Wir stellen Nahrungsmittel, organisieren Baumaterialien für Notunterkünfte und sichern die medizinische Versorgung.
- Die psychologische Betreuung, insbesondere von Kindern und Müttern, ist ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Dazu bilden wir auch Gesundheitsmitarbeiter*innen, Lehrer*innen sowie Helfer*innen aus, die psychosoziale Hilfe leisten.
- Wir verbessern den Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen.
- Um der Ausbreitung von Krankheiten und Epidemien vorzubeugen, setzen wir Hygienemaßnahmen um.