Wir helfen seit: 1979
Mitarbeiter*innen: 680
Bevölkerung: 49 Mio.
Erreichte Menschen 2025: 1.025.873
Unterernährungsrate: 28,1 %
Fast 22 Millionen Menschen in Afghanistan sind auf Unterstützung angewiesen, um zu überleben – das ist fast die Hälfte der Bevölkerung.
Die Ernährungssituation in Afghanistan ist weiterhin erschreckend. Besonders Kinder sind von Mangelernährung betroffen. Wiederkehrende Krisen, Armut und die Folgen des Klimawandels verschärfen die Situation für Familien, die ohnehin kaum über ausreichende Lebensgrundlagen verfügen.
Wie ist die Situation in Afghanistan?
Afghanistan steckt seit Jahren in einer schweren humanitären Krise. Nach der Machtübernahme der Taliban 2021 haben sich die Lebensbedingungen für viele Menschen weiter verschlechtert. Insbesondere die Rechte von Frauen und Mädchen sind massiv eingeschränkt. Gleichzeitig leiden Millionen Menschen unter Armut, Hunger und den Folgen wiederkehrender Krisen.
Die drastischen Kürzungen in der humanitären Hilfe hinterlassen zunehmend deutliche Spuren. Für viele Familien wird es immer schwieriger, ausreichend Nahrung und medizinische Versorgung zu erhalten. Besonders Kinder sind von Mangelernährung betroffen – häufig wiederholt.
In einem von Aktion gegen den Hunger unterstützten Gesundheitszentrum in der Provinz Ghor wurde beispielsweise ein erst fünf Monate altes Kind bereits zum dritten Mal wegen Mangelernährung behandelt. Die Familie lebt von der Landwirtschaft. Doch ein harter Winter, anhaltende Dürre, Wassermangel und Ernteausfälle gefährden ihre Lebensgrundlage.
Auch in anderen Regionen steigt der Bedarf an Unterstützung. Immer mehr Menschen kommen in unsere mobilen Gesundheitszentren, insbesondere in abgelegenen Gebieten. Gleichzeitig verzeichnen Ernährungseinheiten in Kliniken und Gesundheitszentren immer mehr Neuaufnahmen.
Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen in Afghanistan?
Armut, wiederkehrende Mangelernährung, Konflikte und die Folgen des Klimawandels verstärken sich gegenseitig. Viele Familien sind von der Landwirtschaft abhängig, doch Dürren, Wassermangel und Ernteausfälle nehmen ihnen zunehmend die Lebensgrundlage. Gleichzeitig machen steigende Lebensmittelpreise den Zugang zu ausreichender Ernährung für viele Menschen noch schwieriger.
Besonders gefährdet sind Kinder. Mangelernährung kann ihre körperliche und geistige Entwicklung dauerhaft beeinträchtigen. Wiederkehrende Fälle zeigen, wie schwer es für viele Familien ist, den Kreislauf aus Armut und Mangelernährung zu durchbrechen. Rund 3,7 Millionen kinder leiden an akuter Mangelernährung. Davon könnten fast eine Million an schwerer akuter Mangelernährung erkranken – ein Zustand, der ohne sofortige Behandlung ein hohes Sterberisiko birgt.
Auch die Gesundheitsversorgung steht unter großem Druck. In Lashkar Gah in der Provinz Helmand musste die Zahl der Betten in unseren Ernährungseinheiten innerhalb weniger Wochen fast verdreifacht werden, um die steigende Zahl mangelernährter Kinder behandeln zu können.
Die humanitäre Hilfe wird zudem durch die schwierige Sicherheitslage erschwert. Afghanistan gehört weiterhin zu den gefährlichsten Einsatzländern für humanitäre Helfende. Gleichzeitig bestehen erhebliche Einschränkungen für Frauen und Mädchen sowie für die Arbeit von Hilfsorganisationen.
Wie hilft Aktion gegen den Hunger in Afghanistan?
Seit 1979 unterstützt Aktion gegen den Hunger Menschen in Afghanistan. Wir behandeln akute Mangelernährung und bekämpfen gleichzeitig die Ursachen von Hunger und Armut. Unser integrierter Ansatz verbindet Ernährung, Gesundheit, Wasser, Sanitärversorgung und die Sicherung von Lebensgrundlagen.
- Wir diagnostizieren und behandeln akute Mangelernährung bei Kindern und Erwachsenen und betreuen schwangere und stillende Frauen.
- Wir unterstützen Gesundheitszentren und betreiben gemeinsam mit Partnern Ernährungseinheiten für mangelernährte Kinder.
- Mit mobilen Gesundheitszentren bringen wir medizinische und ernährungsbezogene Versorgung auch in abgelegene Regionen.
- Wir verbessern die Wasser- und Sanitärversorgung, um Krankheiten vorzubeugen.
- Wir stärken die Lebensgrundlagen von Familien und unterstützen sie dabei, ihre Ernährung langfristig zu sichern.
- Wir leisten Bargeldhilfen, damit Familien ihre Grundbedürfnisse decken und gleichzeitig lokale Märkte gestärkt werden.
- Wir bieten psychosoziale Unterstützung für Menschen, die durch Krisen und Gewalt traumatisiert wurden, etwa mithilfe einer telefonischen Beratung.
- In unseren Programmen schaffen wir sichere und frauenfreundliche Räume, in denen Mädchen und Frauen medizinische und psychosoziale Unterstützung erhalten.
Unser Ziel ist es, nicht nur die Folgen des Hungers zu behandeln, sondern Familien langfristig dabei zu unterstützen, ein sicheres und würdevolles Leben zu führen. Denn nur wenn Menschen ihre Lebensgrundlagen sichern können, lässt sich der Kreislauf aus Armut und Mangelernährung nachhaltig durchbrechen.
Aktion gegen den Hunger bleibt in Afghanistan, solange die Menschen unsere Unterstützung benötigen und die Sicherheitslage dies zulässt.