Niger: Frau hält ihr Kind in den Armen.

NIGER

WIE WIR HELFEN
Ernährung und Gesundheit Ernährung und Gesundheit
Lebensgrundlagen Lebensgrundlagen
Wasser, Sanitär und Hygiene Wasser, Sanitär und Hygiene
KERNFAKTEN

Wir helfen seit:  1997

Mitarbeiter*innen:  128

Bevölkerung:  28,9 Mio.

Erreichte Menschen 2025:  367.235

Unterernährungsrate:   12,9 %

Der Wüstenstaat im Westen Afrikas ist reich an Bodenschätzen – die Menschen hingegen sind bitterarm. Über 60 Prozent der Menschen im Niger leben unterhalb der Armutsgrenze. Niger gilt als politisch instabil und ist extrem anfällig für Klimakatastrophen und Hungersnöte.

Wie ist die Situation im Niger?

Als eines der ärmsten Länder der Welt ist Niger auf internationale Hilfe angewiesen, um den zahlreichen humanitären Problemen begegnen zu können. Eine der weltweit höchsten Geburtenraten, eine mangelhafte humanitäre Infrastruktur und eine unzureichende Grundversorgung führen zu wiederkehrenden Hungerkrisen und Epidemien. Dürreperioden, Überschwemmungen, ausgezehrte Böden sowie unterentwickelte Märkte für Saatgut oder Düngemittel erschweren die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern. Die Bedrohung durch Bandenkriminalität und terroristische Gruppen verschlimmern die Sicherheits- und Lebensbedingungen der Menschen zusätzlich.

Seit dem Putsch 2023 hat eine Militärjunta die Kontrolle im Niger übernommen. Die Gewalt, die auf den Putsch folgte, und internationale Sanktionen belasten den Alltag der Bevölkerung zusätzlich. Durch hohe Preise und erschwerte Einfuhr- und Ausfuhrbedingungen wird der Zugang zu Nahrungsmitteln und Waren des täglichen Gebrauchs immer schwieriger.

Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen im Niger?

Die Ernährungskrise in Niger gilt als eine der schlimmsten der Sahelzone. Fast jedes dritte Kind leidet an Mangelernährung. Während der diesjährigen Dürreperiode sind rund 2,4 Millionen Menschen von akutem Hunger bedroht.

Seit dem Putsch hat sich die humanitäre Lage der Bevölkerung weiter verschlechtert. Etwa 3 Millionen Menschen sind auf Nothilfe angewiesen. Viele von ihnen leiden an Hunger. Die Leistung humanitärer Hilfe wird durch Blockaden von Städten und Regionen erschwert. Die anhaltende Unsicherheit (ausgehend von bewaffneten nichtstaatlichen Gruppen) macht den Zugang für Hilfsorganisationen oft unmöglich oder erheblich aufwändiger. Darüber hinaus hat die aktuelle Militärregierung verschiedene administrative und bürokratische Regelungen erlassen, die humanitären Organisationen die Arbeit weiter erschweren.

Zusätzlich nimmt der Niger regelmäßig Geflüchtete aus den Nachbarländern Mali und Nigeria auf. Hunderttausende Menschen, die von Terrororganisationen aus ihrer Heimat vertrieben wurden, leben heute in provisorischen Lagern in der Diffa-Region unter meist prekären Bedingungen.

Wie hilft Aktion gegen den Hunger im Niger?

Aktion gegen den Hunger ist seit 1997 im Niger aktiv. Obwohl der Zugang zu einzelnen Bevölkerungsgruppen durch Terrororganisationen und die Militärregierung aktuell erheblich erschwert ist, arbeiten unsere Teams täglich daran, die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig zu verbessern:

  • Wir behandeln schwer mangelernährte Kinder und schulen die Mütter darin, Anzeichen von Mangelernährung frühzeitig zu erkennen. Dazu unterstützen wir die lokalen und regionalen Gesundheitszentren.
  • Verunreinigtes Wasser ist eine Hauptursache für Krankheiten. Daher verbessern wir die Wasser- und Sanitärversorgung, indem wir Brunnen und Latrinen bauen und Wasserpumpen rehabilitieren.
  • Zudem verteilen wir Hygiene-Kits und führen Schulungen zu Sauberkeit und Gesundheitspraktiken durch.
  • Wir leisten psychosoziale Betreuung für Geflüchtete und Vertriebene.
  • Wir unterstützen Menschen bei der Wiederherstellung und dem Erhalt ihrer Lebensgrundlagen: durch Cash-for-Work-Programme oder der Verteilung von widerstandsfähigem Saatgut und Werkzeugen für den Ackerbau. Außerdem unterstützen wir bei Vieh-Impfungen.

Neben Spenden finanziert sich unsere Arbeit auch durch Förderungen und Zuwendungen institutioneller Geber*innen. Der folgende Absatz informiert Sie über Projekte, die direkt durch diese Art der Unterstützung realisiert werden können. Hier informieren wir über die Herkunft all unserer Mittel.