Wir helfen seit: 2007
Mitarbeiter*innen: 80
Bevölkerung: 177,8 Mio.
Erreichte Menschen 2025: 211.232
Unterernährungsrate: 10,4 %
Obwohl in den letzten Jahren Fortschritte in der Bekämpfung von Armut und Hunger erzielt werden konnten, lebt weiterhin etwa jeder achte Mensch in Bangladesch unter der nationalen Armutsgrenze. Das Land zählt zu den am dichtesten besiedelten und am klimagefährdetsten der Welt. Wiederkehrende Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen bedrohen die landwirtschaftlichen Erträge und damit die Nahrungsmittelvorräte des Landes. Zudem suchten in Bangladesch rund 1,2 Millionen Rohingya Zuflucht, ein Großteil von ihnen ist weiterhin auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Wie ist die Situation in Bangladesch?
Trotz Fortschritten beim Wirtschaftswachstum und der sozioökonomischen Entwicklung bestehen grundlegende humanitäre Herausforderungen: Die Inflation, hohe Lebensmittelpreise, begrenzte Erwerbsmöglichkeiten sowie wiederholte Klimaschocks verschärfen die Armut. Die Ernährungslage bleibt besorgniserregend: Eins von vier Kindern unter fünf Jahren in Bangladesch ist chronisch mangelernährt, also zu klein für sein Alter. Rund 1,6 Millionen Kinder leiden an akuter Mangelernährung, darunter rund 150.000 Kinder an schwerer akuter Mangelernährung.
Seit August 2017 suchen rund 1,2 Millionen Rohingya in Bangladesch Schutz, die vor Gewalt und Verfolgung in ihrem Heimatland Myanmar geflohen waren. Die meisten von ihnen leben in den Geflüchtetenlagern in Cox’s Bazar und Bhasan Char und sind für ihr Überleben von humanitärer Hilfe abhängig.
Was sind die zentralen humanitären Herausforderungen in Bangladesch?
Bangladesch zählt zu den weltweit größten Krisenherden der Ernährungssicherheit. Rund 16 Millionen Menschen leiden an akutem Hunger. Hauptursachen dafür sind die hohen Preise, die hohe Arbeitslosigkeit und wiederkehrende Naturkatastrophen aufgrund des Klimawandels. Besonders betroffen sind die Chittagong Hill Tracts, die Haor-Region, gefährdete Küstengebiete sowie die Rohingya-Siedlungen in Cox’s Bazar und Bhasan Char.
Die humanitäre Situation in diesen provisorischen Lagern ist besorgniserregend. Die Hütten bestehen aus Bambus, Seilen und Abdeckplanen. Im April beginnt die Zyklonsaison, im Juni die Regenzeit. Die Rohingya sind dem Wetter nahezu schutzlos ausgeliefert. Es fehlt an Hygiene-Infrastruktur: Fast kein Haushalt verfügt über Strom und es gibt keine solide Kanalisation. An vielen Stellen liegt offen Müll herum. Häufige Überflutungen kontaminieren die Wasserquellen. Dadurch steigt das Risiko von gefährlichen Krankheitsausbrüchen wie Cholera, Dengue-Fieber oder Hepatitis.
Wie hilft Aktion gegen den Hunger in Bangladesch?
Aktion gegen den Hunger ist seit 2007 in Bangladesch aktiv. Unsere Teams vor Ort arbeiten täglich daran, die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig zu verbessern:
- Mobile Kliniken: Unsere Notfallteams kümmern sich um die lebensrettende Behandlung von akut unterernährten Kindern, schwangeren und stillenden Frauen.
- Lebensmittel und Trinkwasser: Wir verteilen jeden Tag warme Mahlzeiten und sauberes Trinkwasser an die Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch.
- Wasser, Sanitär und Hygiene: Um dem Ausbruch von Krankheiten vorzubeugen, verbessern wir die Wasser- und Sanitärversorgung und setzen Hygienemaßnahmen um. Wir bauen Latrinen und verteilen Notfallkits für den Bau von Notunterkünften.
- Psychosoziale Unterstützung: Wir leisten Seelsorge durch Gruppentherapiesitzungen und psychosoziale Betreuung und lassen die Menschen mit ihren Erlebnissen von Gewalt, Verlust, Flucht und Angst nicht im Stich. Zudem bieten wir Kindern und ihren Müttern einen Rückzugsort zum Spielen.
- Vorsorge: Als Präventivmaßnahme für die monsunbedingten Regenfälle haben unsere Teams in Cox's Bazar Treppen und Brücken gebaut. Viele Gebäude haben wir stabilisiert, sodass sie Erdrutschen besser standhalten. Familien mit Zelten in Hanglagen siedeln wir auf festeres Terrain um.